verkatert

„Du weißt doch, in welcher Situation ich gerade stecke!“
„Nein, ich habe keine Ahnung, woher auch?“

*

Natürlich habe ich mir sagen lassen, was die Situation ist. Natürlich habe ich ernst genommen, in welcher Situation F. steckt. Natürlich habe ich klar gemacht, dass mir das leid tut, ich den ohnehin ständig bedrohten Arbeitsfluss nicht behindern möchte. Natürlich bin ich einsichtig.

Aber verdammte Scheiße, wer hat eigentlich mich gefragt, in welcher Situation ich stecke? Ich habe selbst einen Job, der herausfordernd ist. Und ich habe immer noch eine Diplomarbeit in kürzester Zeit zu schreiben. Interessiert das eigentlich irgendjemanden?

*

Denkst du wirklich, ich war scharf darauf, ausgerechnet jetzt, als wir uns vorsichtig wieder ein Stück angenähert haben, zufällig „deine Freundin“ kennenzulernen, die eine der zwei Frauen, auf die ich wirklich eifersüchtig war? Weil ich immer das Gefühl hatte, dass da so viel vertuscht würde? Denkst du wirklich, ich war scharf darauf, eine Frau kennenzulernen, die ich richtig spannend finde, und dann mit diesem Satz konfrontiert zu werden?

„Nein, sag’ bloß, du warst das, über die er 2006 sagte, dass es jemanden gäbe, mit dem er manchmal schlafe?“

Denkst du wirklich, ich war scharf darauf, erzählt zu bekommen, dass sie dich damals fragte [im Foyer des Planetarium] „Ob du eigentlich eine Freundin hast?“ und deine Antwort dazu „Nein, es gibt nur jemanden, mit dem ich manchmal schlafe.“ beschrieben zu bekommen? Gesagt zu bekommen, dass in all der Zeit mein Name nie gefallen wäre, weil sie selbst ja sonst schon geahnt hätte… Zu hören, dass du es warst, und nicht L., der sie in das geheiligte Seminar eingeladen hat, in dem ich mit vergleichbar viel oder wenig Vorwissen nicht Willkommen war? [Dabei beginnt mir die Frage zu dämmern, wie du sie dann eigentlich wirklich kennengelernt hast? Und natürlich hatte sie fast logischerweise am Seminar nicht mal wirklich Interesse, nachdem ihr alle Türen geöffnet worden sind.] Und dummerweise klingt das so alles auch nicht wirklich nach undeutlicher Erinnerung.

Und selbst wenn. Selbst wenn ihre Erinnerung sie trügen möge, ist es wirklich so schwer nachzuvollziehen, wie frappierend diese Sätze in meiner Situation einfahren müssen?

Und wie zur Hölle kann es sein, dass diese, meine Situation im Vergleich zu der deinen so wenig Gültigkeit haben kann?
Worauf also, verfickte Scheiße noch mal, soll ich da vertrauen? Auf deine guten Absichten mir gegenüber?

Ja, die hast du wirklich wiedereinmal deutlich genug gemacht.

~ von psewdonima am 2. März 2009.

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