aus-halten
Ich mag gute Geschichten. M. kam ich in weiterer Folge damals wohl nur näher, weil ich die Begebenheit unseres Kennenlernens ausgesprochen bemerkens- und erzählenswert fand.
Später war ich zutiefst dankbar dafür, war ich doch überzeugt, noch nie so sehr geliebt zu haben.
F. hat mich eines Besseren belehrt. Bei ihm überwog die Faszination auf den ersten Blick. Es gab keine bemerkenswerte Geschichte, die sich als solche erzählen ließe. Doch es gab’ viel mehr bemerkenswerte Geschichten auf weit subtileren Ebenen, als der gut erzählbaren, als ich mit M. je hatte. Ich liebte ihn völlig anders, unverändert aber blieben Intensität und Absolutheit meiner Liebe.
Heute kann ich nicht anders, als alles in Frage zu stellen. Es überwiegt die Angst, wenn ich gezwungen werde, das Tempo zu reduzieren. Ich weiß nicht, wie man lieben kann, wenn mir der Weg des „Augen zu und durch“ verschlossen wird. Ich beginne zu zweifeln, kenne keine Geduld, will nicht fliehen, kann aber den Prozess einer behutsamen Annäherung auch nicht genießen. Nur mit Mühe lässt sich die immer wieder aufsteigende Panik zügeln. Nur schwer die ständig zweifelnden Fragen im Kopf und die unberechenbaren emotionalen Wechsel unterbrechen.
Und doch gibt es da eine Idee von Vertrauen, Tiefe und Intimität, die nur über die Zeit entstehen kann. Zeit, die es für mich und meine Gegenüber bisher also wohl nicht gab.
Also versuche ich mich abzulenken. Gegen meine Panik anzukommen. Und es einmal anders zu versuchen.
[Um nicht wieder am Ende dazustehen, wie mit F. und M., die mich unverändert immer wieder beschwören, wie unvergesslich und einzigartig ich in meiner Art zu lieben für sie bin und wie sehr sie das vermissen - aber nur, um selbst immer wieder davor fliehen zu müssen.]

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