aufgelöst

•21. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Nach gerade mal vier Stunden Schlaf höre ich das ausnahmsweise wiedereinmal lautlos gestellte Mobiltelefon zum dritten Mal vibrieren. Das Geräusch mischt sich mit den planlos verzweifelten Gedanken. Wie konnte das wieder kommen? Wie soll sich das je auflösen können? Wie kann ausgerechnet er mir sagen, was ich tun muss? Was ich ihm zumute, wenn ich an dieser Stelle nur affektiv reagieren kann?

“Es ist so weit. Sie ist im Krankenhaus, hat alle zehn Minuten Wehen. Ich bin noch beim Dreh. Kannst du bitte den Hund holen?”

Der Hilferuf kommt im perfekten Moment. Ich kann nicht anders, als mich zu freuen, weil ich weiß, wie sehr er sich freut. Mitten in die wieder offengelegte Wunde platzt diese Freude. Und weicht in mir die Fronten auf.

Als ich mit dem Hund zurückkomme, rufe ich F. noch einmal an. Stottere ins Telefon, dass es mir leid tut, wie das gestern gelaufen ist. Und auch nicht. Weil ich wieder spüre, wie wund der Schmerz noch ist. Wie groß die Wut auf R., der sich nur im Davonlaufen übt. Diese Übung wohl ziemlich perfekt beherrscht. Wie ungeklärt das alles ist. Wie wenig ich dem ganzen Übel im Endeffekt ausweichen kann, ohne alles zu sprengen und nachhaltig zu zerstören. Womit ich vielleicht meine Genugtuung hätte. Aber die Verluste auf allen Seiten sind dabei nicht einzuschätzen. Dass ich also weiß, dass das zu behandeln sein wird.

Er will mich nicht verstehen. Meint, ich würde das gleiche sagen, wie gestern. Zu keinem Klärungsversuch, zu keiner Auseinandersetzung [mehr] bereit sein, außer ihm immer wieder eine affektive Hölle zu bereiten, wenn das Thema aufkommt. Nicht bereit, die Auseinandersetzung zu führen, die ich damals schon suchte, wollte. Und irgendwann nicht mehr, nachdem sie mir so lange Zeit verwehrt blieb.

Ich suche nach Antworten, ringe nach Luft und Fragen. Versuche, F. zu verstehen, trotzdem. Obwohl mich der Schmerz immer wieder rasend macht. Irgendetwas stimmt nicht, an dem Gespräch. Irgendwann kommt  bei ihm doch an, dass ich mich damit für eine Konfrontation ausgesprochen habe. Dass ich Fragen stelle, um zu verstehen, was er sich darunter vorstellt. Wie er sich das vorstellen kann.

Und plötzlich weiß ich es: “Das wäre eine Situation, die ich mir nur mit einem wirklich guten Mediator vorstellen kann.”

Er spricht sich dagegen aus. Sagt, dass er sich das nicht vorstellen kann. Dass wir das unter uns, nur zu dritt klären können müssen. Fragt immerhin auch, warum ich das wollen würde.

“Ich werde mich nicht noch einmal einer Situation aussetzen, in der ich euch  beiden womöglich ungeschützt ausgeliefert bin. Und ich werde jemanden brauchen, der auch mir sagen kann, wenn ich zu weit gehe. Denn von dir werde ich das in so einem Moment nicht nehmen können.”

Er sagt, er muss darüber nachdenken, weil er sonst jetzt nicht mehr konstruktiv bleiben kann. Und plötzlich weiß ich, als wir auflegen, was daran nicht stimmt:

Er will sich selbst, aufgrund seiner endlich erfolgten “Stellungnahmen” seit einem knappen Jahr, nicht mehr als Beteiligten sehen. Er behält die Macht, indem er sich als den hinstellt, der urteilen kann, weil ja er die Vermittlung sucht – und damit diese Rolle auch für sich beansprucht. Er sagt, er sieht von seiner Performance viel abhängen, was zwischen R. und mir möglich sein wird, und was nicht. Er sagt, er weiß, dass das wohl kaum ohne gröbere Schäden auf allen Seiten vonstatten gehen kann.

Das funktioniert so aber nicht. Er war Beteiligter, wird deshalb immer Beteiligter bleiben, und kann damit nie ein neutrales Außen sein – er wird also immer vor allem eigene Interessen verfolgen. Diese Interessen aber, bleiben nur implizit und laufen unter dem Deckmantel, dass nur diese unerträglichen Spannungen zwischen R. und mir [diesen zwei wichtigen Menschen in seinem, F's Leben] so nicht bleiben können, und dass ich die Klärung alleine schon für ihn auch selber wollen muss, auch wenn R. es war, der einen derartigen Ansatz am nachhaltigsten sabotiert hat.

Ob das aber auch wirklich in meinem Interesse sein kann, ist für mich ohne Außenblick unmöglich zu klären. Wenn es also wirklich um Klärung geht, müssen wir alle drei in die Positionen zurück, die auch wirklich bestehen: als (unterschiedlich) Betroffene. Egal wer wieviel schon an Aufarbeitung und Stellungnahmen geleistet hat, oder nicht. Um genau auch solche Fragen vielleicht  ein wenig klären zu können und alle Positionen als die zu bestimmen, die sie waren und vor allem: auch jetzt sind. Als drei Betroffene. Davon darf sich niemand ausnehmen, wenn es denn wirklich um Klärung gehen soll.

gezielt

•7. Mai 2009 • Kommentar schreiben

Die Geschichte läuft also so [um meinem Blogtitel einmal auch faktisch ein wenig mehr nachzukommen]:

Ich hatte wohl immer schon ein äußerst gering ausgeprägtes Suchtpotential. Das mag daran liegen, dass ich, bei aller vorhandenen Neugierde in jedem Sinn wohl stets dazu neig(t)e, vor Allem ziemlichen Respekt zu haben. Ich habe also zwar schon früh angefangen, Erfahrungen mit verschiedensten Substanzen zu sammeln; doch mindestens ebenso ausgleichend war dann auch bald wieder meine Sehnsucht nach Formen echter Nüchternheit.
Kurze, intensive Phasen des “sich ausprobierens” haben also immer für mich automatisch deutlich längere Phasen der “Unbeholfenheit” gefordert.

Nun hatte ich also vor längerer Zeit gegen die Inkontinenz der alte Katze einige Tabletten Ephedrin bekommen. Das Tier aber gibt es bekanntermaßen schon einige Zeit nicht mehr. Dafür entstand einmal vor ein paar Wochen die Situation, dass ich ein Wochenende lang nicht zum Schlafen kam, dennoch aber meine Arbeit zu erledigen hatte. Da habe ich zum ersten mal mit kleinen Dosen der verbliebenen Substanz nachgeholfen, um den Anforderungen gewachsen zu sein.
Sonntags dann [ich vernachlässige die externen Gründe weiterhin an dieser Stelle], kam ich erneut in die Situation, dass mir überdeutlich wurde, dass ich in meinem Normalzustand der Menge an anstehenden Aufgaben nicht gewachsen bin.

Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, welche Formen von kurzfristiger externer Unterstützung für meine Situation wirklich hilfreich sein könnten. Wie ich heute weiß, habe ich mein Funktionieren treffender eingeschätzt, als ich selbst ernsthaft geglaubt hatte. Am ersten Tag, als ich entschieden war, hat es wunderbar gewirkt und meine lebenslang bekannten Konzentrationsstörungen außer Kraft gesetzt. Die beiden Tage danach – in erneut extern begründetem emotionalen Aufruhr – konnten sie nichts bewirken. Außer der zurückkehrenden Sehnsucht nach völliger Nüchternheit. Also einen Tag ganz ohne verbracht, nicht mehr oder weniger effizient.

Die wesentlichste Auffälligkeit aber ist, dass ich schlagartig wieder nicht mehr ausreichend müde werde. Es ist, als würde ich in einem dauerhaft dermaßen gedämpften Zustand bleiben, sodass der Körper keine echte Müdigkeit entwickeln kann. Als bliebe der Zustand zwischen ruhend und wach so gleichförmig, dass er der echten Erschöpfung seinen Dienst verweigert.
Während also mit dem Behelf die Tage wacher und die Abende angemessen erschöpft und bald schlafend Bett verlaufen, finde ich einfach keine Ruhe, wenn ich im “Normalzustand bleibe”.

Dagegen habe ich immer noch keine “nüchterne” Strategie gefunden. Erstaunlich also fast, dass ich “nicht nüchtern sein” trotz allem immer nur sehr kurzfristig interessant finden kann.

[Sich selbst Karrotten vor die Nase hängen. Verdammt, ich will endlich auf mein Potential der wirklich lichten Momente regelmäßig zugreifen können. Daran artbeite ich schon gezielt, seit ich bewusst mit meinen Experimenten begonnen habe. Seit 20 Jahren also. Und trotz allem Erreichten – stellen sich die Erfolge immer noch nur dermaßen zäh ein. Ich werde nie wieder behaupten, ich hätte keinen Ehrgeiz. Auch wenn der sich nur widerwillig in die üblichen kulturellen Erwartungen und Normen fügen mag.]

synästhetisiert

•5. Mai 2009 • Kommentar schreiben

Der eiserne Geruch schleppt seine dunkle Bilderspur durch das Labyrinth des Gedächtnisses. Fassungslos am Fuß der majestätischen Treppe stehend zusehen, wie sich die Blutlache aus dem Kopf des Mannes dickflüssig zäh und doch rasant in Richtung meiner Schuhspitzen ausbreitet (-25). [..] Auf Knien die eingetrockneten Tatzenabdrücke abschrubben, die das Tier in seiner Panik flächendeckend im ganzen Raum verteilt hat, während es mir mehrfach wiederkehrend den Magen umdreht, je deutlicher das Wasser im Kübel rosig schimmert und den Geruch verstärkt (-15). [..]

Nur, um einzusehen, dass sich manche Dinge wahrscheinlich ein Leben lang einem sinnvollen Conclusio mindestens ebenso zäh wiedersetzen werden.

Obwohl – der wirklich tiefe Horror war so gesehen im Endeffekt immer das fremde ausgelieferte Bluten. Warum nur? [Es könnte doch auch anders sein, oder?]

veräußert

•24. April 2009 • Kommentar schreiben

Es ist einer der Tage, an denen sich die Farbe wie von alleine um die feinen Haare legt. Die Konsistenz der Substanz hat die perfekte Form angenommen, damit der feine Stift einen Farbpatzen aufnehmen kann, und die Farbe entlang des Lides fast wie magnetisiert angezogen wird. Die Augen sind konzentriert auf das eigene Spiegelbild gerichtet, die Hand bleibt heute ruhig – und die brennende Substanz sucht sich wie von selbst ihren Weg an den richtigen Platz. Im Anschluss sind die Augenbrauen wieder schön dunkel, die Wimpern erneut tiefschwarz, und der Blick bekommt sein gnadenlos direktes, blaues Strahlen zurück.

Der gleiche Blick ist es aber auch, der geübt die schwarzen, länglichen Haare anvisiert, die sich beginnen, um die gut sichtbar rosigen Bustwarzen zu entwickeln. Die gleiche Hand ist es, die ihnen geübt mit einer Pinzette ihre Existenz abspricht. Und Halt, sind nicht auch die Haare im Gesicht borstiger und unregelmäßiger geworden? So wie die weißen Einzelstücke am braunen Kopf sich zunehmend vermehren?

Zu denken, man hätte kein Problem damit, den Körper altern zu sehen, nur weil die Vorstellung einmal deutlich sichtbare Falten zu haben anscheinend nicht ängstigt, wird absurd. Wir tun doch immer alles, um das Altern zu verbergen, um die Endlichkeit zu leugnen, nichts sonst ist hinter all dem Design verborgen. Sich vorzustellen, wie man mit Falten aussieht und dabei keine Angst zu bekommen, ist eine Sache. Die Handlungen aber sprechen eine ganz andere Sprache.

Wenn aber die Augen ihr strahlendes Blau zurückhaben [weil die Hand so ruhig und der Blick so klar bleibt, dass sich die potentiell schmerzhafte Substanz sogar bis an den unteren Innenrand des oberen Wimpernkranzes verstreichen lässt], macht es wieder Spaß, auf die eigene Oberflächlichkeit zu blicken – und schlagartig auch wieder zu wissen, warum es manchmal so unerträglich ist, wie adrett hier alles ist.

Ich werde wohl nie aufhören können, bis an die Grenzen des Aushaltbaren gehen zu wollen. Damit wird all das aber immer auch einfach nur Spielfeld. Und auf denen darf man, bekanntermaßen, manchmal bei allem Ernst der Lage auch einfach nur ein bisschen Spaß haben.

***

wienern

•6. April 2009 • Kommentar schreiben

“Na, weißt’, da gibts anfoch Regl’n. Des is ned schwer. Du musst ganz langsam anfangen, und dann immer heftiger werden. Zum Tier werden. Zuerst musst du ein paar nette Sachen sagen, sie sanft streicheln, und dann der Nacken. Da fährst a’foch mit deinen Nägeln ihren Rücken hoch und dann im Nacken musst sie reinbohren. Da musst ihr einfach gleich mal zeigen, wo’s lang geht. … Und du musst sie beobachten, ganz genau beobachten, wie sie sich verhält.”

Die Straßenbahn war zum Bersten voll, neben mir stand ein alter Mann, dessen Blick den meinen etwas ratlos kurz streifte, nachdem wir uns erst beide mit großen Augen umgesehen hatten. Dann konnte ich nicht mehr, und musste zu Boden sehen, um mein Schmunzeln zu verbergen und damit zu verhindern, lauthals loslachen zu müssen – und damit dieses Ereignis ungewollt zu intervenieren.
Der Ratgeber war überseht mit Tätowierungen, auf seinen bloßgelegten muskulösen Armen, über denen ein paar lange Rocker-Federn schwebten. Ebensogut hätte er eine Bedienungsanleitung für ein Elektrogerät vorgetragen haben können, so gleichförmig blieben der Wiener-Slang und die unberührte Tonlage. Sachlich. Mitten in der übervollen, sonnendurchfluteten Straßenbahn, direkt vor der Universität.

Ich hätte ewig so weiterfahren mögen, um die Skurrilität der Situation für immer in die synästhetischen Regionen meines Gedächtnis einbrennen zu lassen. Aber wahrscheinlich war diese eine Station sogar alles, was es brauchte.

[Und vielleicht hat er ja auch nur über Tiere gesprochen. Eine Boxerhündin hätte auch gepasst.]

verschleppt

•21. März 2009 • Kommentar schreiben

Ein paar Buchstaben in Worte schleppen, weil Worte heute doch alles sind, was bleibt. Ein verrückter Buchstabensalat, den man noch irgendwie in eine Reihe bekommen möchte, bevor er im Traum versinkt – und morgen doch auch wieder ganz anders aussehen kann.

Das sind gute Tage.
Wenn an Schlaf denken so wortlos erleichternd wird.

[Weil sich offene Enden zu verknüpfen scheinen.]

lautgemalt

•8. März 2009 • Kommentar schreiben

Während also die Sonne über die weiße Tischplatte gleißt, werden die Spannungen zwischendurch unerträglich. Eingebrochen sind erneut die Schutzwälle vor der Welt, der Körper wird zu einem wütenden Wrack, das mit Träumen zu tyrannisieren weiß, oder alle Emotionen gleich direkt in Herzrasen, Verspannungen, Appetitlosigkeit und ähnlichem umsetzt, während der Verstand konzentriert aufgelöst manisch pulsiert. Und doch ist es nicht mehr, als ein bloßer Wechsel physischer und psychischer Darstellungsmethoden. Und mitten durch das Wüten bricht ungerichtete Liebe. Wie die Sonne über den Tisch, wo sich auch niemand wundert, dass die Schatten nur immer schärfer werden, je heller sie ist.

[...]

Vielleicht sind tatsächlich Spannungen nichts als das Realste auf dieser Welt.

verbindlich

•5. März 2009 • Kommentar schreiben

Ich wünschte manchmal, ich könnte aufwachen, und dir einfach wieder fremd sein. Nicht, um etwas des Geschehenen auszulöschen, nicht, um dich zu vergessen, sondern nur, um in der Fremdheit bleiben zu können. Um den Segen der Unverbindlichkeit und Unverbundenheit mit dir genießen zu können. Nicht verbunden, aber dafür begegnungsfähig zu sein. Und damit viel mehr in Beziehung, als wir es sonst je fertig brachten.
Weil ich das aber nicht kann, nie konnte, und du es anders nicht kannst, bleibt als das Beste, was ich für unsere Verbindung tun kann, weiterhin vor allem meine Zeit mit anderen zu verbringen.

[Gesunde Distanzen.]

verkatert

•2. März 2009 • Kommentar schreiben

“Du weißt doch, in welcher Situation ich gerade stecke!”
“Nein, ich habe keine Ahnung, woher auch?”

*

Natürlich habe ich mir sagen lassen, was die Situation ist. Natürlich habe ich ernst genommen, in welcher Situation F. steckt. Natürlich habe ich klar gemacht, dass mir das leid tut, ich den ohnehin ständig bedrohten Arbeitsfluss nicht behindern möchte. Natürlich bin ich einsichtig.

Aber verdammte Scheiße, wer hat eigentlich mich gefragt, in welcher Situation ich stecke? Ich habe selbst einen Job, der herausfordernd ist. Und ich habe immer noch eine Diplomarbeit in kürzester Zeit zu schreiben. Interessiert das eigentlich irgendjemanden?

*

Denkst du wirklich, ich war scharf darauf, ausgerechnet jetzt, als wir uns vorsichtig wieder ein Stück angenähert haben, zufällig “deine Freundin” kennenzulernen, die eine der zwei Frauen, auf die ich wirklich eifersüchtig war? Weil ich immer das Gefühl hatte, dass da so viel vertuscht würde? Denkst du wirklich, ich war scharf darauf, eine Frau kennenzulernen, die ich richtig spannend finde, und dann mit diesem Satz konfrontiert zu werden?

“Nein, sag’ bloß, du warst das, über die er 2006 sagte, dass es jemanden gäbe, mit dem er manchmal schlafe?”

Denkst du wirklich, ich war scharf darauf, erzählt zu bekommen, dass sie dich damals fragte [im Foyer des Planetarium] “Ob du eigentlich eine Freundin hast?” und deine Antwort dazu “Nein, es gibt nur jemanden, mit dem ich manchmal schlafe.” beschrieben zu bekommen? Gesagt zu bekommen, dass in all der Zeit mein Name nie gefallen wäre, weil sie selbst ja sonst schon geahnt hätte… Zu hören, dass du es warst, und nicht L., der sie in das geheiligte Seminar eingeladen hat, in dem ich mit vergleichbar viel oder wenig Vorwissen nicht Willkommen war? [Dabei beginnt mir die Frage zu dämmern, wie du sie dann eigentlich wirklich kennengelernt hast? Und natürlich hatte sie fast logischerweise am Seminar nicht mal wirklich Interesse, nachdem ihr alle Türen geöffnet worden sind.] Und dummerweise klingt das so alles auch nicht wirklich nach undeutlicher Erinnerung.

Und selbst wenn. Selbst wenn ihre Erinnerung sie trügen möge, ist es wirklich so schwer nachzuvollziehen, wie frappierend diese Sätze in meiner Situation einfahren müssen?

Und wie zur Hölle kann es sein, dass diese, meine Situation im Vergleich zu der deinen so wenig Gültigkeit haben kann?
Worauf also, verfickte Scheiße noch mal, soll ich da vertrauen? Auf deine guten Absichten mir gegenüber?

Ja, die hast du wirklich wiedereinmal deutlich genug gemacht.

erfahren

•1. März 2009 • Kommentar schreiben

Kurzfristig verlegt. Gründlich.
Erst kam der Traum. Eine Kugel trifft direkt ins schmerzende Becken. Nur, dass kein Blut fließt. Ich vermisse das Blut. Aus der Wunde müsste es dunkelrot und satt sickern. Stattdessen ist da nur ein Loch. Ein Eintrittsloch mit verbrannten Rändern. Der ungläubige Blick dahin bringt keine Klarheit. Schließlich aber doch eine Logik. Steif gestellt höre ich die Worte.

Das also war ich? Ich war die Frau, mit der du 2006 “manchmal geschlafen hast”? Die Frau, die es da also gibt, mit der du manchmal schläfst? So war das? Damals schon?

Wie könnte diese Wunde noch bluten. Auch wenn es erst gestern war. Wieder war.
Auch wenn der Traum noch nichts wissen konnte, was ich doch selbst eben erst erfahren habe. Fasst er wohl alles in ein Bild.

Und vielleicht… ja, vielleicht wird der Rücken morgen einfach von sich aus wieder entscheiden, sich rühren zu wollen. Vielleicht ist der Nächste stärker. Findet die kleine Nachricht im Glas, entziffert die in rot geschriebenen Buchstaben. Findet die richtigen Worte.

DIESE waren es jedenfalls nicht.

bedeutungslos

•14. Februar 2009 • Kommentar schreiben

Und natürlich gibt es auch sie wieder, diese Tage. Voller Möglichkeiten, in Wahrheit aber sind sie Nichts. Nichts als reine, entleerte Aufarbeitung. Ermüdend. Sie bieten nichts Neues, sie können nicht viel, Überwindung und Freude waren gestern, Erfolg mäßig, Traurigkeit nicht echt. Sie sind wie der Abklatsch eines Tages, der etwas kann. Es sind die Momente vor dem Blatt Papier, auf das kein Wort seinen Weg findet. Sie sind das Versagen des eigenen Erfolges zugunsten … ja was eigentlich?

Auf der Stange zwischen den Erdtönen blitzt es blutrot. Ungetragen. Im Kasten stapelt sich die verräumte Beute eines kleinen Triumphes, unbesehen. In der Mailbox liegen double-bind Antworten, unbeachtet. Es sind noch immer so viele Impulse, die etwas machen, ohne dass ihnen begegnet werden könnte.
Nichts zu vermissen, nichts zu beklagen, nichts zu bereuen. Nicht erholt, viel zu viel offen. Die Versuche, etwas zu schließen und zu begegnen, vergehen in jämmerlicher Bemühtheit. Dafür stinkt es unerträglich nach kaltem Rauch und Versagen. Einsehen, was einfach alles nicht geht. Womöglich nie gehen wird. Vielleicht der einzige Weg zu mehr Kontinuität.

Es wäre Freitag der Dreizehnte, ließe sich sagen. Oder – ist nicht vielleicht auch gleich noch Vollmond?

[Und da draußen irgendwo tobt ebenso bedeutungsloses Leben.]

Jawoll.

aufgeräumt

•8. Februar 2009 • Kommentar schreiben

Warum tut man die Dinge, die man tut?
Gelaufen.

*

Der Boden gibt weich nach, unter den Füßen, unter dem Gewicht. Weich bleiben die Bewegungen. Sanft der Ton im Ohr. Die Knie schmerzen nicht, diesmal. Das Tempo bleibt verträumt. So viele Stunden davor. Ich kann sie nicht leugnen.

*

Sein Geruch haftet noch an mir. Eine Umarmung, ein verletzter Blick. Und eine beglichene Rechnung.
Heute weiß ich um den Preis Bescheid, der zu bezahlen ist. Der immer zu bezahlen ist. Jeder Moment der Nähe, jeder Moment des zugefügten Leids. Fühlt sich gerade nichts als gerecht an. Du hast ja keine Ahnung, wie wenig das in Wahrheit ist. Du weißt ja nicht, wie gewaltig die anderen Geschichten sind. Ein Schluck Rotwein perlt noch in dem Glas vor mir über den Rand, auf dem Tisch. Ich wusste, was es mich kosten würde. Ausgetrunken. Aufgemacht. Die Waffen liegen schon wieder auf dem Tisch. Was hast du mir entgegenzusetzen? Tut es mir leid, bereue ich? Nein. Zu richtig ist es, in dieser Logik. Zu viel ist offen geblieben, auf zu vielen Seiten. Auch auf deiner. Sich daraus langsam freizukämpfen, nichts als notwendig. Sich dafür schuldig fühlen wäre absurd.

Wie das alles weitergehen soll? Ich habe keine Ahnung. Was ich glaube, was das alles zu bedeuten hat? Ich habe keine Ahnung. Es wird sich zeigen. Es wird sich zeigen, wer was daraus macht. Wer was daraus machen kann. Vielleicht wird der Preis, der zu zahlen ist noch größer. Zu hoch? Vielleicht. Vielleicht wird es aber auch ganz anders sein.

Ich wollte dir nicht weh tun. Nein, natürlich war es nicht bedeutungslos. Ich habe keinen bedeutungslosen Sex. Es gibt mich nicht halb. Wird es nie geben. Nein, ich kann und werde dir auch nicht erzählen, dass es bedeutungslos war. Und ich werde sehen, was du daraus machst. Ich werde sehen, was ich daraus mache. Ich war und bin bereit, die Zeche zu zahlen. Bist du das auch?

*

Dieser Ort. Wird der meine bleiben müssen.

blickrichtungen

•27. Dezember 2008 • Kommentar schreiben

Und wenn das Beste an dem Film, den ich nur für einen Blick aus den Augenwinkeln mitbekommen habe, genau dieser Bruchteil einer Sekunde des blanken Entsetzens in den Augen des Mannes ist, als er den Toten in seinen Armen als wirklich direkt vor seinen Augen gerichtet realisiert, dann war es diesen Blick wert.

Dieser Blick erinnert mich an den Einstieg in die “Tübinger Poetikvorlesungen”, die Marlene Streeruwitz mit dem Satz beginnt:” In Mittelafrika gibt es einen Stamm, bei dem den jungen Männern zur Initiation der Bauch aufgeschnitten wird. Die Initianten müssen auf ihr und in ihr Inneres in der geöffneten Bauchhöhle blicken. Danach wird der Bauch wieder geschlossen.”

Wie kann ein solcher Blick ein anderer sein, als ein fassungsloser, als einer voller Entsetzen? Auszuhalten in Streeruwitz’ Schilderung nur durch absoluten Glauben und Vertrauen. Vertrauen darauf, dass jene, an die sie glauben und die sie in diesem Moment in den Armen halten, ihre Gemeinschaft also, ihnen nichts Schlechtes wollen. Dass sie, aufgrund des Erlebens der äußeren Beschädigung, ja sogar einer lebensbedrohlichen Öffnung, und der anschließenden wundersamen Wiederschließung, dieses Vertrauen und dieser Glaube nur bestärkt wird. Durch genau diesen Akt werden sie als vollwertiger Mensch in die Gesellschaft aufgenommen. Sie müssen ihrer Gemeinschaft endgültig vertrauen.

Wenn nun aber diese Erfahrung fehlt, nicht, weil sie gar nie erst bestand, sondern weil diese stillen Versprechen zu oft gebrochen werden; wie kann dann etwas anderes als immer wiederkehrendes Merkmal bleiben, als dieses hilflos versteinerte, blanke Entsetzen im Blick?

Das war es, was ich in diesem Moment begriffen habe, in diesem flüchtigen Augenblick auf der Mattscheibe;
diese Figur hat einfach jedes Recht, in diesem Moment des Begreifens der Ausgeliefertheit einer endgültigen Brutalität über den Gerichteten in seinen Armen, blankes Entsetzen zu sein. Und sie wird nie mehr ohne dieses Bild leben können. Sie kann nur lernen, mit ihm zu leben und hoffen, dass sich dieser vollkommen ausgelieferte Blick nicht allzu oft wiederholen muss.

dr. strangelove

•5. Dezember 2008 • Kommentar schreiben

Nein, das hier ist keine indirekte Botschaft, das hier ist nur die aktuell direkt möglichste Kontaktaufnahme. Denn natürlich kann ich nun hier nicht mehr schreiben, ohne die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, oder besser: die Wahrscheinlichkeit vorauszusetzen, dass du das hier irgendwann einmal lesen wirst.

Gerade bedeutet das für mich aber auch die auf ein wenig perverse Art einzig gute Möglichkeit, mit dir zu kommunizieren. Unzensiert. Dieser blog nimmt dir in gewisser Weise die Möglichkeit, zu reagieren. Oder auch hier besser: Überhaupt in bestimmter Weise zu reagieren. Nämlich wirklich direkt. Er fordert eine Vorsicht, das ist wohl das Wesen, einer derart verschobenen Kommunikation. Und “der Schuld”, hier schließlich doch “uneingeladen” eingetreten zu sein.
Dieser blog bringt mich in Sicherheit.

Gerade finde ich es jedenfalls auf eine verrückte Weise erleichternd, hier jetzt so schreiben zu können. Auf diese ganz eigenartige Weise fühlt sich dieser Ort jetzt wie ein geheimer Treffpunkt an. Wie die Toilettentüren an der Schule, oder andere verborgene Winkel, wo nie mehr stand als ein kryptisiertes “A loves B..” und nur wenige Eingeweihte wussten ….

Ja, ich bin wohl unverändert eine schwere Romantikerin. Vielleicht sogar mehr, denn je.

Es hat sich so unglaublich viel getan, in den letzten Monaten, und doch aber auch so wenig. Man kennt das wohl. Ein paar Dinge funktionieren anders, das konnte ich bemerken. Ich mag zum Beispiel diese 10 Kilo mehr auf verrückte Weise wirklich gerne. Sie stören mich selten; manchmal nur, wenn ich feststellen muss, dass mir schon wieder kaum noch etwas aus meinem Kleiderschrank passt. Ich sehe die Sachen an, und es kommt mir so unvorstellbar fremd vor, die Vorstellung meines Körpers mit gut 10 Kilo weniger. Dabei ist es doch erst so kurz her. Und es war so lange anders. Diese Veränderungen sind erst seit meinem letzten Eintrag hier vor sich gegangen, und bei aller Geschwindigkeit (es sind wirklich schon wieder nur ein paar fassungslose Wochen!) – natürlich auch nicht gänzlich von heute auf morgen. Auf eine Art finde ich meinen Körper viel sinnlicher, so. Dafür ist mir so einiges sonst egal. Ich habe immer wieder dieses Bild vor Augen, dieser Körper, so voll in deinen Händen.

Ich hatte darüber schon nachgedacht. Schon länger. Ob und wie ich hier wieder schreiben kann. Es war mir manchmal ein Bedürfnis, aber es war auch, als hätte ich meinen Ton verloren, meine Sprache. Als wüsste ich einfach nicht mehr, wie. Und jetzt? Jetzt bin ich an genau der Stelle, die du mir einst prophezeit hast.

Ich hatte dieses Bild vor Augen. Von mir auf dir, während deine Hände so satt in meinen Brüsten versinken. Dein Körper so satt mit dem meinen verschmilzt. So anders, als ich das wohl noch vor ein paar Wochen erlebt hätte. So anders, als ich es in Erinnerung hatte. Diese Lust zu reden, auch. Diese Hemmungslosigkeit, die plötzlich da war – warum ausgerechnet bei dir? So?

Egal. Ich hatte dieses Bild vor mir – und ich wollte darüber schreiben.

Und in dem Moment ist interessanterweise nicht das Wissen, dass du hier vorbeisehen könntest schwierig geworden, sondern manche andere, von denen ich vielleicht nicht einmal mehr weiß, dass sie von dieser Seite erfahren haben.

Die Form des anstehenden, weil nötigen Intimitätswechsels verändert schon einiges. Ich muss anders schreiben. Ich bin anders. Ich will anders schreiben, weil ich wieder schreiben können will. Dies hier ist ein verborgener Ort, auch wenn es Menschen gibt, die ihn zuordnen können. Aber das darf eigentlich keine Rolle spielen. Es gibt ein paar Menschen, die hierhin finden könnten, von denen ich tatsächlich nicht mehr wollen würde, dass sie es können.
Mit der Form der einstigen Intimität war das irgendwie noch vereinbar. Aber ich vertraue auf die Logik des Desinteresses für das Unverborgene. Ich vertraue darauf, dass manche von alleine hier längst nicht mehr herkommen, weil ich es ihnen einst freigestellt habe, ihnen Zutritt angeboten hatte – und andere es freiwillig nicht mehr tun werden, weil ich meinen Tonfall ändere. Vielleicht auch du.

Ja. Das hier war immer ein intimer Ort. Ja, ich habe hier wirklich nie für jemand anderen geschrieben, auch nicht für dich. Auch wenn ich so viel über dich geschrieben habe. Und ja, ich kann diesen Ort nicht aufgeben, ich brauche ihn, gerade jetzt wieder. Und nein, ich will ihn nicht aktiv verbergen, indem ich ihn beispielsweise übersiedelte. Nein. Ich will gerade genau jetzt hier sein, mit dem Wissen der abstrakten Verbindungen, die alles sind, so real und so ungreifbar, so intim und so fern. Du meintest einmal, dass du wirkliche Offenheit und das Aussprechen auch schwieriger Dinge erst in der Distanz und Sicherheit des Telefons zustande brächtest. Vielleicht ist das hier für mich jetzt auch ein Stück so.

[Nicht, dass ich etwas zu sagen hätte. Es ist nur diese abstruse Sehnsucht, die mich manchmal ergreift. Es sind diese seltsamen Abende, wo etwas in mir so schmerzt, so wie heute, und es unerklärlicherweise aber sofort aufhört, wenn ich hier schreibe. Heute ist das so. So also war das.]

vergangen

•16. August 2008 • Kommentar schreiben

Ich kann mich nicht abfinden mit der Vergänglichkeit. Schon wieder verbringe ich meine Tage großteils bei Ärzten. Schon wieder scheint hier alle Stabilität zu zerbröseln. Während meine Haut nach so langer Zeit wieder großflächig unter den atopischen Entzündungen wie eine frisch aufgequollene Rose bricht – scheint der “kleine” Kater zu schrumpfen. Lebensbedrohliches Fieber und Apathie haben von ihm völlig Besitz ergriffen.

So sind wir also alle krank, die Verbliebenen.

“Warum ist für dich der jetzige Moment immer wie ein Hindernis, das überwunden werden muss?”

angenommen

•11. Juli 2008 • Kommentar schreiben

Kommen dürfen, wie der Kater, der nicht fragt, sich im ungelegenen Moment [weil es ja fast nur ungelegene Momente gibt] zwischen Tastatur und Busen schiebt, sich einfach fallen lässt, so ganz ohne jede Angst, weil er weiß, dass ich ihn auffange und höchstens wieder zur Seite setze, wenn es gerade wirklich nicht geht, doch meistens Erfolg hat, sich einschmiegt, dabei in den Arm genommen und innig geliebt wird, für den Moment, bis ich ihn einige Male tief durch seinen Nacken inhaliert habe, während er mit extatisch verdrehten Augen selig rasselt, um dann sich streckend in sich selbst zurückzuholen – und von sich aus beiseite zu treten.

*

Ich wünschte, ich wäre schon einmal so geliebt worden.
[Womit wiedereinmal klar wird: Liebesgefühle sind immer eine Frage von Ausdrucksmöglichkeiten.]

zu entfessen

•9. Juli 2008 • Kommentar schreiben

Die Reifen surren gleichmäßig über den vom Regen würzig dampfenden Asphalt, zwischen schweren Tropfen und schwarzen Wolkenmauern bricht hellblauer Himmel und Sonne spiegelt über das herrlich erfrischte Panorama.

Jetzt einfach weiterfahren. Irgendwohin, wo nichts ist, keine Verpflichtungen, keine Verantwortung, keine Termine, nur Natur und meine Arbeit. Was für ein wundervoller Moment, endlich wieder einmal eine reale, losgelöste Sehnsucht.

*

Was für ein fataler Denkfehler, solche Dinge unbedingt mit jemand Bestimmtes machen zu wollen. Was für eine verdrehte Idee, unbedingt mit jemand Bestimmtes eine Beziehung zu wollen. Wenn man nichts miteinander wirklich gut machen kann, kann es doch nur schief gehen. Und warum bin ich dann immer wieder aufs Neue nicht wirklich in der Lage, einfach Konsequenzen zu ziehen? Warum muss ich dann immer “die Schuld” bei mir suchen? Warum muss man überhaupt “Schuld suchen”?
Verdrehte [Innen-]Welt.

*

Für einen Augenblick befreit.

aus-halten

•8. Juli 2008 • Kommentar schreiben

Ich mag gute Geschichten. M. kam ich in weiterer Folge damals wohl nur näher, weil ich die Begebenheit unseres Kennenlernens ausgesprochen bemerkens- und erzählenswert fand.
Später war ich zutiefst dankbar dafür, war ich doch überzeugt, noch nie so sehr geliebt zu haben.

F. hat mich eines Besseren belehrt. Bei ihm überwog die Faszination auf den ersten Blick. Es gab keine bemerkenswerte Geschichte, die sich als solche erzählen ließe. Doch es gab’ viel mehr bemerkenswerte Geschichten auf weit subtileren Ebenen, als der gut erzählbaren, als ich mit M. je hatte. Ich liebte ihn völlig anders, unverändert aber blieben Intensität und Absolutheit meiner Liebe.

Heute kann ich nicht anders, als alles in Frage zu stellen. Es überwiegt die Angst, wenn ich gezwungen werde, das Tempo zu reduzieren. Ich weiß nicht, wie man lieben kann, wenn mir der Weg des “Augen zu und durch” verschlossen wird. Ich beginne zu zweifeln, kenne keine Geduld, will nicht fliehen, kann aber den Prozess einer behutsamen Annäherung auch nicht genießen. Nur mit Mühe lässt sich die immer wieder aufsteigende Panik zügeln. Nur schwer die ständig zweifelnden Fragen im Kopf und die unberechenbaren emotionalen Wechsel unterbrechen.

Und doch gibt es da eine Idee von Vertrauen, Tiefe und Intimität, die nur über die Zeit entstehen kann. Zeit, die es für mich und meine Gegenüber bisher also wohl nicht gab.

Also versuche ich mich abzulenken. Gegen meine Panik anzukommen. Und es einmal anders zu versuchen.

[Um nicht wieder am Ende dazustehen, wie mit F. und M., die mich unverändert immer wieder beschwören, wie unvergesslich und einzigartig ich in meiner Art zu lieben für sie bin und wie sehr sie das vermissen - aber nur, um selbst immer wieder davor fliehen zu müssen.]

befremdet

•28. Juni 2008 • 1 Kommentar

“Hast du kurz Zeit für UNS?”

Natürlich ging ich schließlich mit. F. sprach viel. Wie immer ohne direkt etwas zu sagen.
Und ich? Ich ging schlussendlich zum ersten Mal in meinem Leben, ohne mich zu verabschieden, schlich mich erhobenen Hauptes hinaus, in die Nacht, um gut gehen zu können – und die Dämmerung flüstert mir jetzt schon zu:

“Es folgt ein neuer Tag…”

*

Am Vorabend sagte B. nach den wenigen Sätzen, die ich seit längerer Zeit über F. und mich zu verlieren hatte noch mit erstauntem Blick:

Er hat dir ja wirklich das Herz gebrochen!

*

“Ich hasse eure Männerbündnisse, ich hasse es dich mit deiner Freundin zu sehen, so nett, so unschuldig, ich hasse eure Fassaden und das eisige Schweigen, in das ihr mich gezwungen habt, ich hasse deine Feigheit und die Separation, die Exkludierung, die ihr damit betrieben habt” – “Du warst aber für mich nie ein Opfer und ihr wart in meinen Augen kein Paar” – “F. hat mir zugesehen, während ich geweint habe, was du nicht einmal bemerken wolltest. Ich war Opfer eurer Vorstellungen und meiner Vergangenheit und es wird erst vorbei sein, wenn du wenigstens einmal den geballten Haß, der durch euer erzwungenes Schweigen entstand, zugelassen hast” Endlich. Ich muss nicht mehr Schweigen. Ihr verliert eure Macht über mich!

beflügelt

•18. Juni 2008 • Kommentar schreiben

Profil zeigen ist tatsächlich etwas völlig anderes, als Identität zu besitzen.

Identität glaubt an Erkenntnis, ist eine Frage von Herrschaftsverhältnissen, hat mit Eingrenzung und Macht zu tun.
Profil zeigen können hat hingegen mit Wissen um verschwommene Grenzen, Komplexität, Prägungen, Beeinflussbarkeit, Veränderungsmöglichkeiten und Fremdheit zu tun.

Das erfordert eine ganz andere Größe, als die Starrheit zur Aneignung des Regelwerkes für Identitäten.

[An diesem Punkt muss ich noch ein gutes Stück weiter. Endlich komme ich meinen bisherigen Sackgassen langsam auf die Spur. Es gibt sie, die Zwischenwelten, die ich so lange nicht zu benennen in der Lage war. Und endlich beginnen sich die vielen Puzzelteile ein wenig fügsamer zu verhalten...]

systematisiert

•8. Juni 2008 • Kommentar schreiben

12 Wochen getrennt.

Es war ein Sonntag, als F. “uns” beendet hat. Das war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe. Es war der Sonntag drauf, an dem ich mein Schweigen entscheiden musste. Es war ebenfalls ein Sonntag, 5 Wochen danach, als sein erstes mail kam.

Es war mein Geburtstag, an dem sein zweites mail kam, das ich erst am Sonntag gesehen und gelesen hatte. 8 Wochen später.

Seitdem sind weitere 3 Wochen vergangen.

Und gerade fällt mir auf, dass es auch ein Sonntag war, an dem irgendwie klar wurde, dass es nicht ohneeinander weitergehen würde.

Vielleicht konnte es nie mehr sein, als eine “Sonntags-Beziehung”.

Einfach nicht alltagstauglich.

felsen

•8. Juni 2008 • Kommentar schreiben

Du bist schon mein Fels in der Brandung. Wenn du da bist und ich dich sehe und sehe, wie du mich ansiehst, dann weiß ich sofort, ob alles gut ist.

*

D. hat also verstanden, was ich [mangels besserer Alternativen?] unausgesprochen für sie versucht habe, zu sein. Damit kann ich beginnen, mich zu fragen, ob es wirklich auch das ist, was ich sein möchte…

Erschreckende Logiken.

abzuschütteln

•26. Mai 2008 • Kommentar schreiben

Stimmt es womöglich gar, dass ich auf irgendeiner Ebene tatsächlich auch selbst immer noch ständig “auf Beziehungssuche bin”? Kann es sein, dass ich in gewisser Weise zur Zeit selbst über den Mechanismus des Fremdinteresses bei potentiellen Partnern steuere? Dabei finde ich mich eigentlich eher ganz schön abgebrüht, zur Zeit; überlegt, schnell genervt, schnell weg, so gerne “single”, herrlich unabhängig die meiste Zeit – und doch unberechenbar, wenn momentweise Erreichbarkeiten durchkommen. Und überhaupt ist das so alles Mist.

Nix da.

Es ist gefühlter Sommer, es tut sich eben viel, es steht viel an, die meiste Zeit geht es verdammt gut, tanzen macht frei und über den Rest denke ich lieber ein andermal nach..

[Gestern bin ich zum ersten Mal quer durch die Stadt zu Fuß nach Hause gelaufen. Überhaupt ist zu Fuß gehen eine großartige Sache.]

abzulassen

•20. Mai 2008 • Kommentar schreiben

Muss man sich wirklich immer wieder mit dem gleichen Scheiß herumschlagen?
Gibt es wirklich nur dermaßen gnadenlos narzistische Männer auf dieser Welt?
Die jede kleinste Bewegung auf sich beziehen, umdeuten, als Einengung verstehen? Egal, ob das bedeutet, nicht willkommen zu sein, oder ob es bedeutet, dass jede Ablehnung gleich auch eine persönliche wäre?
[Statt einmal zuzuhören oder gar zu fragen!]

Rasche Distanzverringerungen scheinen das tatsächlich automatisiert mit sich zu bringen. Und dabei dachte ich, dass das diesmal eigentlich absolut nicht der Fall gewesen wäre. Aber ich habe da so einen Verdacht – ein Bündnis – unter – in diesem Fall – zwei Männern – gegen eine gemeinsame Bedrohung: Frauen. Dazwischen kann man als Frau fast nur verlieren.

Ich finde diese “Verständnisschiene” inzwischen ehrlich zum kotzen. Auch, wenn sie in unreflektierter Weise mir selbst entgegengebracht wird. [Weshalb ich im übrigen wiederum die meisten Frauen nicht packe. Hysterisches Bauchpack.]

Herrlich. Mit der Empörung über das konsequente Nicht-gehört-werden kommen die Lebensgeister zurück, die mir seit dem Wochenende und F’s mail so abgingen. Hoffentlich kann ich das in den neuen Tag retten und entsprechend in Aufgaben umsetzten.

[Und gottseidank quatscht wenigstens hier niemand so blöd zurück..]

*

[Bleibt mir doch alle vom Leib, ich habe wirklich wichtigeres zu tun.]

*

Im Sinne paradoxer Kommunikation könnte das alles natürlich auch eigenen – und ganz anderen Zielen – untergeordnet gewesen sein; in dem Fall wäre es einfach nur gnadenlos intelligent eingefädelt.. Whow. Es ließe sich wirklich problemlos paranoid werden, wenn man Lust darauf hätte…
Also: In welcher Welt will gelebt werden..?

eingeholt

•18. Mai 2008 • Kommentar schreiben

Und wieder kam ein mail von F.
Ich weiß nicht, wie ich dazu stehen kann; zunächst schien es gar nichts auszumachen, hatte ich doch gerade eine Woche lang Geburtstag gefeiert, es in die erste Runde der Bewerbung geschafft, meinen zweiten Abschnitt durchgeboxt, demonstrierte gegen die endgültige Schließung in Form einer Verbauung des Augartenspitzes [während die Sängerknaben so modern von der Leinwand tönten und rosa Aida-Feen die Masse versorgten], pflanzte die Blumen zurück, die wir für dieses dumme Event hatten ausgraben müssen, .. Ich hatte also einfach eine bewegte, bewegliche und so engagierte Zeit. Meine Lieblings-Diven beginnen Vertrauen zu fassen, rücken näher, werden langsam erreichbar [meinen Geburtstag selbst zB. begleitete ausgerechnet D. überraschenderweise durchgehend..], es gibt immer mehr Menschen um mich, die ich unheimlich schätze – auch wenn ich nicht sagen kann, warum es unbedingt sie sein mussten.

*

Liebe C.,
mein Mädchen, Du coole & einzigartige Frau, ich würde Dir diese Zeilen so gerne schreiben, ohne Dir zu nahe zu treten, ohne Widerhaken und Doublebinds in Dir zurückzulassen, die Dir Unbefangenheit und Stimmung kosten könnten…

*

Seine Zeilen haben getroffen, sitzen wie Stachel in der Seele, jede Berührung schmerzt seitdem, entsprechend rigoros sind die Reaktionen, auszubaden für jeden, der versehentlich trifft. Sein Schmerz, seine Verzweiflung, die so lange sprachlos blieb, bricht erneut sein Schweigen und mich in zwei Hälften. Seitdem wünschte ich, einfach hinfahren zu können, ihn in die Arme nehmen zu können und zu sagen, dass alles gut ist. Seitdem wallt wieder Sehnsucht auf, bahnt sich schleichend ihren Weg aus inneren Verliesen, durch die verschlossenen Krusten irgendwo im Innersten, die ich nur als zurückhaltende, abwartende Unberührbarkeit wahrnehmen musste, bis jetzt. Um die völlige Unmöglichkeit zu wissen, die dahintersteht, weil es sofort wieder den gleichen Gang nehmen würde, weil eben nicht “alles gut ist”, weil es nur ein weiteres Mal “wie immer” wäre, zerreißt mich in völlige Unberechenbarkeit.

Ja, verdammt, auch du fehlst mir so sehr – und fehlst mir nicht!

Nur warum kann ich noch immer nicht sagen, dass ich all das gar nicht mehr wissen will?
Warum kannst du ausgerechnet jetzt nicht einfach unbesprochen schweigen, wie du es doch sonst im Grunde immer so gut konntest?
Und warum komme ich schlagartig durcheinander, wenn ich dich in meiner Nähe spüre?

*

Dass der Himmel wieder grau und naß ist, die Luft frisch und kühl, ist ein Segen für diese Tage. Arbeit, Zeit und Schweigen braucht es jetzt..

*

Und trotz allem: Solche Zeilen in dieser Situation sind ein aggressiver Akt, der mich wieder unvorbereitet getroffen hat.

trotz-dem

•1. Mai 2008 • Kommentar schreiben

Die Wahrnehmung ist schon ein seltsames Phänomen.

Für mich ist es, wenn ich einen Film ansehe regelmäßig so, als würde ich mich vollständig darin auflösen. Es ist, als gäbe es mich nicht mehr, als gäbe es mein Leben nicht, als säße ich nicht real hier. Wenn ich versuche, mich zu mir zurückzuholen, mich in den Zustand davor zurückzuversetzen, fühlt sich die Erinnerung an meinen eigenen Tag an wie ein Film; wie eine verschwommene, fremde Erinnerung.

Ich weiß, dass ich nach dem lesen des mails am Sonntag krank wurde. Erst schmerzte der Hals und bis zum Abend hatte mich auch das Fieber eingeholt. Montag mittags gab es den Moment, in dem ich mich dagegen entschied. Nicht wieder an mir, an dem, was aus mir verstärkt wird [mit F.] erkranken zu wollen.

Von da an habe ich bis Mittwoch durchgearbeitet [da endete nämlich die Überziehungsfrist des vergangenen Semesters, wie auch die Bewerbungsfrist für die Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin], um meine Ziele dennoch zu erreichen. Wie ein Aufbäumen gegen das monatelange Lahmliegen, das mit F’s Zeilen wieder ausgelöst wurde, das mir aber ohne Heftigkeit und Aggressivität als Antrieb so lange nicht mehr gelingen wollte. Ich habe beides erreicht; mein letztes Seminarzeugnis zu bekommen, um endlich sinnvoll um meinen Studienabschluß kämpfen zu können – und die Bewerbung zu verschicken. Außerdem habe ich mich meinem Vater gestellt, habe ihn um Hilfe gebeten, was überraschend positiv verlaufen ist. Das alles war möglich, obwohl ich krank war – und statt, wie ich vermutet hatte heute dafür endgültig zusammenzuklappen, ging es mir sogar gesundheitlich ohne Medikamente schon wieder halbwegs gut und das geplante “krank im Bett liegen müssen” hätte ich nicht einmal ausgehalten.

Es waren also wirklich gute Tage.

Wie kann es dann sein, dass ich einen Film ansehe – und in dieses Gefühl nicht zurückfinde? In dieses tätige, freudige, offene Wollen!? Mein erster Impuls wäre dann immer, einfach irgendjemanden anzurufen. Zu versuchen, ob mich nicht irgendjemand anderes zurückholen könnte. Dieser ewige Trugschluß, der immer nur tiefer in untätige Abhängigkeiten führt.

*

Es ist nur die Angst, dass diese Zustände, die mich so lange die meiste Zeit im Griff hatten [statt umgekehrt] sich nicht einfach wieder schnell verflüchtigen. Ich weiß noch zu gut, wie es war, Tage-, Wochen- ja teilweise Monatelang da nicht herauszufinden. Nicht mal “heraus zu wollen”.
Der Witz an der Sache war nämlich – mich hatte das ja nicht einmal sonderlich gestört. Mir ging es nicht “schlecht” damit. Es ist nur so, dass es auf diese Art nicht möglich ist, ein integriertes, “erfolgreiches”, ein wenig kontinuierlicheres Leben zu führen.

Und ich muss gestehen:

Seit ich den Geschmack der Eigenständigkeit und Anerkennung ansatzweise kennengelernt habe, seit ich hin und wieder selbst spüren kann, was andere meinen könnten, wenn sie sagten, wie unglaublich stark ich wäre – weiß ich das schon auch sehr zu schätzen.

Das Gute daran ist: das zu wissen, macht die Angst obsolet. Es ist dann wiedereinmal bloß eine Entscheidung.
Und die kann ich heute auch für morgen treffen, ich muss sie mir nicht sofort, für diesen Moment abringen. [Wenigstens seit mir die Nächte nicht mehr so regelmäßige Qualen bereiten. Auch das sind Gründe, warum ich F. sicherlich noch länger von mir werde fern halten müssen.]

distanziert

•27. April 2008 • Kommentar schreiben

Es mag ein wenig unelegant sein, alle an den gleichen Ort kommen zu lassen.. Aber meine Liebe gibt es nicht mehr einfach nur so. Nicht jetzt. Nicht heute. Nicht mehr so schnell.

Mal sehen…

*

Vielleicht ist dieser Hunger kein Fremdkörper mehr – sondern stillbar. Vielleicht ist es einfach völlig in Ordnung, sich so viele Freiheiten herauszunehmen, weil es auch einfach möglich ist. Vielleicht ist die Nähe, die ich offensichtlich zwischen Menschen herstellen kann, nicht immer nur Zumutung und Bedrohung, weil es doch längst nicht mehr stimmt, dass ich nicht wüsste, was ich tue und mit den Konsequenzen längst zu leben verstehe. Vielleicht ist die Verausgabung so sehr Teil meiner selbst, dass es mir gar nicht gut gehen kann, ohne die opulente, rasante – doch immer auch zärtliche und hinhörende Distanzverringerung, die ich so sehr liebe, wenn sie möglich ist.
Denn: Hunger ist absolut nicht gleichbedeutend mit Gier!

*

Manchmal die gleiche Sprache sprechen zu können, diese kurzen, kostbaren Momente, in denen es möglich scheint, machen alles so unglaublich leicht. Es war wie vor einem Jahr, lachend und scherzend und tanzend mit K. Die Bewegungen bekamen zusammen diese wunderbare Selbstverständlichkeit, kein Ruck war notwendig, um zu zeigen, in welche Richtung es gehen sollte. Flüssig und weich, jede Berührung, jedes Wort, selbstverständlich das Lachen, während er mich immer wieder voller Enthusiasmus hochheben und drehen musste, mitten unter all diesen lieben Menschen, mir Stirn und Wange küsste und die Freude, sich einfach nur kennenlernen zu dürfen ihren Weg zurück aus der Erstarrung fand. Im Tanz war der gesamte Ausdruck dessen möglich, was uns an diesem ersten Abend bereits verbunden hat. Um dieser seltenen Möglichkeit willen, sind die Grenzen vollkommen klar und ernst zu nehmen.

*

Als ich D. – bloß weil ich merkte, dass es ihm nicht gut geht – ein wenig berührte, seine Schultern und die schmerzenden Glieder tastend beruhigte, fragte er [nach der Feststellung, wie unglaublich gut das gerade täte] ungläubig:

“Warum machst du das einfach nur so?”
Mir blieb nichts zu sagen als: “Ich verstehe die Frage nicht.”

Unberührbare, weil so unberührte liebste Diva. Es ist schön, dich manchmal langsam ein wenig auftauen zu sehen. Auch, indem du endlich verstehst und akzeptieren kannst, wenn ich dich zurückweisen muss, obwohl ich es bin, die dir immer wieder so nahe kommt, weil ich viel zu sehr spüre, dass du nicht mich meinst, wenn du mich so sehr begehrst.

*

Und dann kam F’s mail und schlagartig wusste ich wieder, wie absolut ich liebe, wenn ich mich so einlasse und warum ich weiterhin erst mal keinen Kontakt zu ihm haben kann.

["obwohl ich nie daran zweifle, daß es die richtige Entscheidung war, muss ich Dir einfach gerade sagen, wie sehr ich Dich manchmal vermisse. als Gegenüber, als Freundin, als Kontrahentin, als Geliebte, als jemand den ich in den Arm nehmen kann und bei dem ich mich entspannen kann, obwohl ich dazu sowieso bei niemandem in der Lage bin - du fehlst mir manchmal einfach ohne Ende.
(- bitte fühl dich nicht gefordert darauf zu antworten, ich wusste nur gerade zum ersten mal wieder, dass ich dir sowas sagen will.. )"
]

Dazu kann ich nichts sagen.

[Zu diesen Zeilen musste ich um uns das erste Mal weinen, seit der letzten Trennung. Du wirst wohl immer wissen, wie du mich erreichen kannst, wenn du das einen Moment lang gerade willst. Deshalb muss ich vorerst weiter schweigen.]

richtungswechsel

•26. April 2008 • Kommentar schreiben

Und plötzlich schmecken mir Radischen….

[Wie kann denn soetwas gehen!?]

*

[Das Gute daran ist, dass man mitten in der Nacht sms an verschiedene Menschen mit verwirrendem Inhalt schicken kann :]

gestellt

•25. April 2008 • Kommentar schreiben

In Krems gewesen, zum Festival gereist [z.B. "H.A.P.P.Y" gesehen..], davor durch die Altstadt spaziert, ihre alte und zwischenzeitlich nochmal fast aktuelle Lebenswelt gezeigt bekommend. Fantasien, wie es für sie gewesen sein muss.. Die Sentimentalität, das Mitgefühl, das ich für Hallstatt kaum aufbringen kann, für sie und die einstige fremde Heimat empfunden.
Zum Campus vor Ort gegangen… [Aufgrund einer Ausschreibung für mich präsent..] Vor einer verschlossenen Glastüre gestanden und auf F’s Schreibtisch geblickt [der Grund für die bisherige "Nicht-Bewerbung"]. Seltsam, dass ich dabei gar nicht daran dachte, ein “I was here”… zu hinterlassen…. Nicht einmal auf die Idee gekommen. Von ihr zurück in die Realität mit all ihren Relativierungen geholt.

So wichtig – und unwichtig, das alles. Reine Spielereien. Nichts ernst zu nehmend. Aber gut unterhalten und deshalb eine Menge Freiheit zurückerlangt!

Ein Tag… wiedereinmal: So viel…..

erleichterung

•23. April 2008 • Kommentar schreiben

Keinen Kontakt zu F. zu haben [so entschieden am Tag, als die alte Katze starb], hat erschütternd gute Auswirkungen. Leben findet statt, Bewegung bekommt Selbstverständlichkeit [zurück?]. Die Aggressionen haben längst wieder deutlich abgenommen, Zuversicht setzt sich vermehrt durch. Rhythmisierung fällt leichter, der Schlaf hat seinen regelmäßigen Horror verloren. Die Aufgaben sind die Gleichen – doch fallen sie deutlich leichter, seitdem. Acht geben, innehalten und lockerlassen fällt unvergleichbar einfacher, Isolationsgefühle und -zustände verflüchtigen sich schneller.

Erschütternd, woran man so festhalten kann, wenn bloß die richtige Kerbe in der Seele bedient wird.

Nichts von alledem würde ich ihm anlasten, ich bekomme mit, dass es immer wieder “ähnliche Typen” sind, die mich anziehen. Ohne den Fokus darauf, laufe ich auch permanent Gefahr, mir sofort “einen neuen F. heranzuziehen”. Seine Ängste wecke ich auch in anderen und andere die meinen unverändert in mir. Es ist eine tägliche Entscheidung dagegen. Die Bereitschaft, sofort einzuschreiten, wenn ich das erneut wahrnehme – und mich tagtäglich dagegen zu entscheiden. Nicht gegen die Menschen – nur gegen die eigene Abhängigkeit, wenn sie wieder ausgelöst wird.

*

Ins Leben gestürzt, eingelassen, aktiviert und unterwegs. So unvollkommen, wie ich eben bin. Alles, was man tun kann.